Steinzeit Diät (Paleo Diät)

Steinzeit Diät
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Back to the roots. Mit der Steinzeit Diät oder auch Paleo Diät genannt, soll eine Ernährungsform gewählt werden, die schon unsere prähistorischen Vorfahren aus der Steinzeit gewählt hatten. Diese mussten sich jedoch mit den vorhandenen Nahrungsmitteln ernähren, da zum einen nichts anderes vorhanden war oder man es noch nicht kannte. Im Grunde soll eine Gewichtsreduzierung und das nachhaltige Halten des Wunschgewichts durch eine biologische Evolution erreicht werden. Basis der Ernährung bilden vorrangig tierische Produkte (insbesondere Wild), Fisch und andere Meerestiere, unbehandelte Gemüse– und Obstsorten sowie Beeren, Honig, Nüsse und Kräuter. Also alles das, was die Jäger und Sammler aus der Steinzeit an Nahrung zu sich genommen hatten.
Neben diesen natürlichen Produkten sind auch getrocknete und industriell behandelte Früchte wie Datteln, Feigen oder Rosinen in den Speisplan einzubauen, auch wenn hier hohe glykämische Werte zu verzeichnen sind. Pflanzliche Fette wie Mais– und Erdnussöl sind ebenso erlaubt wie die Zufuhr von Kräutertees und Mineralwasser. Aufgrund dieser Konstellation soll eine nachhaltige Reduzierung des Gewichts auf einer gesunden Basis möglich sein.

Die Theorie wird geboren

Bereits in den 1970iger Jahren erlangten Wissenschaftler und Mediziner die Überzeugung, dass der Mensch auch in der heutigen Zeit eher den so genannten Fleischfressern zuzuordnen sei. Aufgrund der Evolutionstheorie wären die Gene in dieser Hinsicht auch nicht verändert, so dass dieses im Grunde auch aktuell noch die geeignetste Ernährungsform sein würde. Reich an tierischen Produkten und arm an Kohlenhydraten sollte die Ernährung aussehen. Als Beweis für die wissenschaftlichen Erkenntnisse wurde dargelegt, dass die Menschen aus der Urzeit keinesfalls von den heutigen so genannten Zivilisationskrankheiten betroffen gewesen wären wie zum Beispiel:
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Arteriosklerose, Divertikulitis
  • Krankheiten in Zusammenhang mit erhöhten Cholesterinwerten
  • Allergien
Durch den dauerhaften Verzehr proteinreicher Nahrung mit erhöhter Zufuhr von Ballaststoffen würden sich die Menschen nunmehr gesund ernähren und bei konstanter Beibehaltung auch unliebsame Fettpolster verlieren.

Wissenschaftlich nicht erwiesen

Diese aufgestellten Thesen lassen sich im Grund mit der heutigen wissenschaftlichen Meinung nicht belegen. Es ist sowohl aus medizinischer als auch aus aktueller wissenschaftlicher Sicht nur schwer vorstellbar, dass konkret bekannt sein dürfte, womit sich die steinzeitlichen Vorfahren tatsächlich ernährt haben. Es ist absolut nicht zu belegen, dass die Vorzeitmenschen tatsächlich diese Fleischmengen gefunden und zu sich genommen haben. Schliesslich handelte es sich um Jäger und Sammler, die davon leben mussten, was sie also gejagt und gesammelt hatten. Zudem wird auch aktuell von der Wissenschaft bestritten, dass die Zufuhr von überdimensionalen Fleischportionen tatsächlich gesund ist. Ausserdem hat die Lebenserwartung zu dieser Zeit gerade mal 25 Jahre betragen. Dieses ist auch nicht sonderlich als Fürsprecher dieser Diätform anzusehen. Demnach sei natürlich die Aufnahme von Nüssen, Obst, Gemüse oder auch von getrockneten Früchten durchaus positiv und notwendig, wobei aber die bei der Steinzeit Diät untersagte Zufuhr von Milchprodukten und Getreide eher kritisch zu betrachten ist.

Medizinische Kritik

Aus aktueller medizinischer Sicht ist aufgrund des überhöhten Konsums tierischer Produkte bei der Steinzeit Diät durchaus mit gesundheitlichen Problemen zu rechnen. Insbesondere Herz– und Kreislauferkrankungen sind durch die erhöhten Cholesterinwerte und die überhöhte Proteinzufuhr nicht auszuschliessen. Zudem bleibt zu bemängeln, dass Getreideprodukte sowie jede Form von Zucker nicht zugeführt werden dürfen. Sportliche Aktivitäten werden bei dieser Diätform gar nicht angesprochen. Als dauerhafte und nachhaltig wirkende Diät kann die Steinzeit Diät nicht angesehen werden, da hierdurch alleine die gewünschten Erfolge nicht erzielt werden.